Posted by: arvalond | 2010/08/25

Wieso ich etwas anders machen werde….

Ich habe eine gute Formulierung gefunden, die ich an dieser Stelle zitieren möchte:

“Wenn Glaube an Ewiges unmöglich wird, und es nur den kleinen Ersatz von Glauben an den Glauben gibt, suchen Menschen ihr Glück in den Freuden der Zeit. Wie sehr sie auch immer versuchen mögen, es tief in ihrem Hirn zu begraben, so sind sie sich doch immer bewußt, daß diese Freuden sowohl ungewiß wie kurz sind. Das zeitigt zwei Ergebnisse: auf der einen Seite hat man Angst, man könnte etwas versäumen, so daß der Geist gierig und nervös von einem Vergnügen zum anderen flattert, ohne in einem davon Ruhe und Befriedigung zu finden. Auf der anderen Seite gibt die fruchtlose Mühe, dauernd nach zukünftigem Heil in einem Morgen, das niemals kommt, zu jagen, in einer Welt, in der alles zerfällt, dem Menschen die Haltung des: ‘Was hat es denn überhaupt für einen Zweck?’

Als Folge davon ist unsere Zeit eine der Fruchtlosigkeit, der Angst, der Aufregung und der Neigung zu ‘Betäubung’. Irgendwie müssen wir zu erhaschen versuchen, was wir nur können, solange wie es können, und die Erkenntnis betäuben, daß alles nichtig und sinnlos ist. Diese Betäubung nennen wir dann unseren hohen Lebensstandard, eine gewaltsame und vielfältige Anregung der Sinne, die sie fortschreitend immer weniger empfindsam macht, so daß sie eines stets noch stärkeren Anzeizes bedürfen.

Wir dürsten nach Ablenkung – nach Anblicken, Tönen, Aufregungen und Nervenkitzel – nach einem Panaorama, in das möglichst viel von all dem in kürzester Zeit hineingezwängt werden soll.

Um diesen Standard aufrechtzuerhalten, sind die meisten von uns bereit, ein Leben hinzunehmen, das vorwiegend darin besteht, mit langweiligen Betätigungen genügend Mittel zu erwerben, um in der Zwischenzeit hektischen und teuren Vergnügungen nachzugehen, die vorübergehende Erleichterung der Langeweile mit sich bringen. Diese Unterbrechungen hält man für das richtige Leben, für den eigentlichen Zweck, dem das notwendige Übel der Arbeit dient.” …

Alan Watts, “Weisheit des ungesichtern Lebens”, Seite 19 und 20

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